Gebete für Leidende

Die Krise

Ich hatte gehofft, das Schlimmste sei überstanden. Ich hatte geglaubt, ich sei auf dem Wege der Besserung. Nun bricht in mir eine Welt zusammen. Meine Gesundheit ist wie ein Kartenhaus, und meine Wünsche sind Sandkastenspiele, wie eine Strandburg, die das Meer überspült. Alle meine Termine platzen wie Seifenblasen: alles absagen! Ich bin in ein Loch gefallen. Ich liege ganz unten. "Ich bin hingeschüttet wie Wasser, gelöst haben sich all meine Glieder. Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen" (Psalm 22). Wie soll ich mit alldem leben? Wie soll ich mit alldem zurechtkommen? Wieviel Geduld brauche ich noch? Gibt es noch Hoffnung? Wurde ich nicht schon zu oft enttäuscht?! Woher nehme ich nun neue Kraft? Wo schöpfe ich neue Hoffnung, wo finde ich neuen Mut? Doch, ich darf bei der Resignation nicht stehenbleiben. Verbitterung und Verzweiflung sind keine Helfer. Vielleicht hat das Meer, das meine Strandburg zerstörte, einige Muscheln angespült. Leere Muscheln, die einmal Leben bargen. Ein kleines Wesen hatte ein so schönes Gehäuse, eine wunderbare Wohnung für sein kurzes Leben, für sein Dasein im Meer. Niemand hatte sich für sein Haus, für diese Schale aus Kalk interessiert. Ich halte sie in der Hand, weiß und schön gestreift, gerillt, so als seien die Melodien des Meeres in sie eingraviert, die Notenlinien der Gezeiten. Ich bin wie diese Muschel. Ganz leer. Meine Seele ist ohne Leben. Es gibt eine Melodie, die ich jetzt lernen muss. Die Melodie von Ebbe und Flut. Die Melodie der Gezeiten meines Lebens. Wir die Muschel nicht verletzt, gibt es keine Perle

Aus Tansania

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